Kannibalisiere dich selbst, sonst…

cannibal

Martialisch… aber wahr!
…tut dies ein anderer. Klingt ein wenig martialisch. Doch diese Wirtschaftsweisheit hat spätestens seit der Geburt der Internet-Economy vor 15 – 20 Jahren neuen Auftrieb erhalten. Wie mancher Buchladen mag wohl in den vergangenen 20 Jahren die Türen geschlossen, weil literarisch interessierte Menschen ihre Bücher online bestellen oder auf ihren eReader herunterladen? Schon oft habe ich erlebt, dass vor allem kleine Unternehmen mit dem Schicksal hadern, das ihnen von übermächtig erscheinenden Wirtschaftsvorgängen widerfahren ist. Als beliebtes Beispiel, um dies mit einem «Bild» darzustellen, erscheint mir immer wieder das Verhalten von Detailhändlern in kleineren Innenstädten. Man lamentiert oft über die grossen Einkaufscenter, welche sich schon vor Jahren und Jahrzehnten ausserhalb der Innenstädte angesiedelt haben. Dort, wo man mit dem Privatauto gut hingelangt. Und oft erst noch gratis parkieren kann. Genau diesen Fakt höre ich immer wieder als Hauptschuldigen, weshalb die Konsumenten nicht mehr in die Cities von kleineren Städten fahren. Weil dort Verkehrsstau herrscht. Und die Parkplätze Mangelware sind. Und man die eingekauften Waren erst noch zum Auto schleppen muss.

Mut zeigen und nicht mit dem Schicksal hadern
Die eigentlichen Beweggründe liegen jedoch tiefer versteckt. Kauft der Konsument in einem riesigen Center ein, marschiert er mit seinem Einkaufswagen oft auch Hunderte von Metern, bis er bei seinem Auto ankommt. Und viele Center haben mittlerweile (vor allem in der Schweiz) ebenso ein (kostenpflichtiges) Parkplatzmanagement wie Innenstädte.

Nimmt man diese zwei Tatsachen etwas näher unter die Lupe, erkennt man: Nicht der eigentliche Fussweg vom Auto zum Einkaufsladen ist das Hauptproblem. Das Schleppen der Waren vom Shop zum Auto! Wieso entwickelt somit keine Detailhandelsvereinigung ein Konzept, das eine Art Einkaufswagenpark für Innenstädte bereitstellt? Wieso gibt es keine elektrische Shopping-Taxis, welche Konsumenten von Parkplätzen auf Schritt und Tritt auf eine, (Innenstadt-)Einkaufsbummel begleiten. Und die eingekauften Waren danach zum Wagen zurückfahren? Dies sind nur zwei von weit über Hundert Roh-Ideen, die in einem Kreativworkshop für eine Detailhandelsorganisation entstanden sind.

Mit «frischen» Beinen rennt es sich schneller
Die Moral der Geschichte ist folgende: Auch kleinere Unternehmen kommen nicht an der Tatsache vorbei, dass sie sich ständig weiterentwickeln müssen. Sich Trends nicht verschliessen können. Neben dem zeitraubenden Betrieb der eigenen kleinen Firma müssen sie noch die Zeit für ein Reflektion finden. Eine Reflektionsphase, die dazu dient, neue Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle zu entwickeln. Welche dann letztlich helfen, mit den erwähnten Trends zu gehen.

Oft höre ich die Argumente: «Das können wir uns finanziell nicht leisten!» oder «Wir haben nicht die Zeit dazu!» Nachvollziehbar! Was könnte also ein Lösungsansätz für jene Kleinunternehmer sein, die tatsächlich tagein, tagaus selbst am Tresen stehen? Bsp. könnten Kreativ- und Innovations-Workshops von Branchenverbänden angeboten werden. Und die eigentliche Umsetzung geschieht dann beim Kleinunternehmer mit einem Business-Coach. Und dieser agiert «bloss» als sporadischer Prozessbegleiter.

Versuchen Sie sich also für einmal als Kannibale! In aller Regel kommt man mit einem Bein noch immer vorwärts. Selbst unsere handicappierten Mitmenschen, die nicht mehr gehen können, kommen mit technischen Hilfsmitteln vorwärts! Und manche von ihnen sogar ganz schnell! Das Schöne an der Geschichte, im Gegensatz zum realen menschlichen Leben, ist: auch wenn das bewusste Kannibalisieren eines (Geschäfts-)Beines weh tut… ein neues, unverbrauchtes und fittes Bein wächst nach. Und lässt einen schon bald wieder an der Startlinie eines Marathons stehen.

Verantwortung in den sozialen Medien

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Überlegt Bilder auf facebook oder ähnliche soziale Medien laden
Ich würde mich als Digital Native bezeichnen. Wenn dies mein Alter zulassen würde. Von der offiziellen Definition her älter, sollte ich mich wohl eher als heavy using «Digital Immigrant» bezeichnen. Vielleicht ist dies der Grund, wieso ich mir immer wieder gut überlege, was ich poste und was ich eben sein lasse. Was für mich definitiv ein «No Go» ist, sind die eigenen (Klein-)Kinder und Babies abzulichten, um dann die Bilder mit stolzer Elternfreude zu posten. Was ich da schon alles gesehen habe…

Ich will nicht einmal auf das Pädophilen-Problem eingehen, das gehört nicht zwingend in einen Unternehmensentwicklungs-Blog. Aber was geschieht mit den Bildern in 14 oder 15 Jahren? Wenn die Kleinen nicht gar mehr so klein sind? Wenn sie eine eigene Meinung haben? Eine Lehrstelle suchen? Ist es dann förderlich, als junger Erwachsener nicht zu wissen, ob draussen in der Welt auf irgendeiner Festplatte noch Kinderfotos von einem gespeichert sind? Klar hebe ich den Mahnfinger und oute mich damit vielleicht als veralteter und uncool denkender Zeitgenosse. Nichtsdestotrotz… ich habe mir die Mühe gemacht, ein wenig zu recherchieren, ob es Gesetze gibt, welche die Kleinen im Internet schützen. Ich habe mich bei Unicef gemeldet. Zahllose Anfragen bei Suchmaschinen gestartet und viele Websites durchforstet. Nichts!

Von Unicef bekam ich zwar rasch eine sehr kompetente Antwort. Doch letztlich konnte mir auch das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen keine Antworten auf meine Kernfrage geben. Zwar gibt es eine Publikation zum Thema «Child Safety Online». Diese geht jedoch mehr darauf ein, wie Kinder im Web vor ungewollten Einflüssen von Drittpersonen geschützt werden können. Ich interpretiere aus meinen Recherchen, dass es letztlich von den Erziehungsverantwortlichen, welche die Vertretungspflicht für die Kinder haben, abhängt, was und wie viel sie von den eigenen Kindern in soziale Medien stellen wollen. Das ist in der gläsernen Gesellschaft von heute nicht wenig verlangt!

Wie sieht es in der Wirtschaft mit dieser Verantwortung aus?
Das führt mich nun zur Frage, wie die Situation im Unternehmen aussieht. Gibt es in Firmen eine Art Compliance für soziale Medien? Wer was in welche Kanäle stellen darf und soll? Schnell ist ein Dokument, das nicht für alle Augen erstellt wurde, in facebook gepostet. Rasch ist ein Tweet mit einem vertraulichen Inhalt in das World Wide Web entlassen. Gerade dieser Tweet wird vielleicht irgendwo in einem Monitoring erfasst und gespeichert. Da nützt es auch nichts mehr, wenn man diesen Tweet aus dem eigenen System wieder löscht. Oder wie machen dies mittelständische Unternehmen, die keine expliziten Social Media-Verantwortlichen haben? Basiert dieses Zusammenspiel auf Vertrauen?

Wie machen Sie als Manager oder Unternehmer dies?
Ich bin dankbar, wenn Sie mir ihre Verhaltensregeln mitteilen. Gerne verfasse ich aus den Beiträgen – im Sinne der «Open Community» – ein White Paper, das ich allen Personen zur Verfügung stelle, welche sich am Content beteiligt haben. Natürlich anonymisiere ich Ihre Beiträge komplett!

Ich danke herzlich für die Beiträge. Entweder als Kommentar. Oder als E-Mail auf info@soulworxx.ch.

Zum Abschluss, ein wunderbarer Satz aus einem englisch geschriebenen Blog zum Thema «Think Twice Before You Blog»: «The postman only used to ring twice.  Words that have been sent into cyberspace will ring forever». Sinnbildlich übersetzt also: «Nur der Postbote klingelte früher zweimal. Wörter und Sätze, die in den Cyberspace gesandt wurden klingeln ewig»!

>> Website Comply Socially

Das Unternehmen spielerisch voranbringen

Das Wirtschaftsleben ist rational. Meist zählen die harten Fakten mehr als alles andere. Gerade heute hat jemand zu mir gesagt, wenn er arbeite, dürfe er keine Freude empfinden… das passe doch irgendwie gar nicht zum Arbeiten… So oder so: Manager sind «tough guys»! Und für die harten Kerle zählt bloss rationales Denken und Handeln.

Liebe Damen der Schöpfung… wenn ich hier bloss von «Managern» und nicht von «Managerinnen» schreibe, dann meine ich das auch so. Ich entschuldige mich in aller Form, dass in diesem Artikel das männliche Geschlecht die Hauptrolle spielt. Doch leider ist es noch immer so, dass (zumindest in der Schweiz) kaum Frauen in Top-Positionen tätig sind. Führungspositionen ganz generell haben einen sehr «männlichen Anstrich». Kaum mehr als jede fünfte Führungsposition ist durch eine Frau besetzt.

Doch es gibt noch einen Funken Hoffnung. Ein Manager mag ein «tough guy» sein. Doch Sie kennen sicherlich auch den Ausdruck: «Das Kind im Manne»! Deshalb spiele ich in diesem Artikel mit dem Gedanken, dass ein Unternehmen auf spielerische Art und Weise entwickelt werden kann. Metaphorisch gedacht natürlich. Ich halte das Gedankenspiel ganz einfach. Nehmen wir einmal an, ein neues Produkt wurde im Markt eingeführt. Sehr erfolgreich. Zahlreiche Mitarbeitende wurden eingestellt und die Belegschaft ist in den vergangenen zwölf Monaten stark gewachsen. Die Organisation sollte dringend angepasst werden. Der expertenzentrierte Ansatz sagt in einem solchen Fall «X», dass die geeignete Organisationsform vielleicht «Y» oder «Z» wäre.

Dabei könnte man das Ganze für einmal metaphorisch angehen. Stellen Sie sich vor, die verantwortlichen Manager treffen sich zu einem Workshop. Alle bekleiden an einem ersten Tag Funktionen in einem Fussball-Bundesligaverein. Hypothetisch. Was würden die Herren machen, wenn ihr Team in der letzten Saison als Aufsteiger einen «Lauf» hatte und sich überraschenderweise für die Europa- oder gar die Champions League qualifizierte? Männer sind sehr oft Fussball-Fans und können sich durchaus in eine solche Situation einfühlen. Da sollen neue Spieler eingekauft und das Trainingsgelände ausgebaut werden. Neue Sponsoren müssen ran und die Zuschauertribüne gehört vergrössert. Und so weiter.

Nun wird das gesamte Setting an einem zweiten Workshop-Tag auf die eigentliche Unternehmenssituation umgemünzt. Was heisst eine «vergrösserte Tribüne» im angepassten Sinn für unsere Firma? Können wir uns neue Spieler leisten? Wäre das eher ein Stürmer? Oder ein Verteidiger? Beziehungsweise ein Marketer, der die «Tore schiesst» oder eine Finanzfachperson, welche «hinten die Löcher dichtmacht»?

Voilà… Die Ausgangslage bekommt plötzlich eine ganz andere Perspektive! Resultate erhalten einen neuen Stellenwert. Und der gesamte Entwicklungsprozess hat erst noch gewaltig Spass gemacht. Weil er auf spielerische Art und Weise stattfand. Unternehmensentwicklung mit Spielen! Das hat noch viel Potential! Versuchen Sie es einmal… Gerade, weil das Kind im Manne manchmal doch stärker als die Ratio ist!

Mit einem spielerischen Gruss!

Innovation ist eine Unternehmensressource

Wie die Neue Zürcher Zeitung NZZ kürzlich berichtete, haben amerikanische Zeitungen grösste Mühe, neue Geschäftsmodelle zu finden. Eine Studie des amerikanischen Pew Research Centers zeigte auf, dass US-Medienhäuser jedem Dollar, den sie im klassischen Printgeschäft verloren, lediglich rund 15 Cents an Einnahmen aus dem (neuen) Onlinegeschäft gegenüberstellen können. In Prozenten ausgedrückt, bedeutet dies ein Rückgang von 85 %.

Ich hatte vor über zehn Jahren das Vergnügen, bei einem der radikalsten Medienprojekte, das die Schweiz bis dahin kannte, dabei zu sein. Ich durfte die ersten zwei Jahre des crossmedialen Pendlermediums «20 Minuten» mitprägen. Die dazugehörige Zeitung ist heute die mit Abstand am meisten gelesene Tageszeitung der Schweiz. Die Einführung des Gratisblattes war allerdings von massivem Gegenwind gezeichnet. Die etablierten Medienhäuser kämpften mit vielen Mitteln gegen das alle Regeln missachtende Startup. In Deutschland ging das soweit, dass die grossen Medienunternehmen innert Wochen millionenschwere Gegenprojekte lancierten. Nur um diese nach dem Rückzug von 20 Minuten aus dem Testmarkt Köln wieder einzustellen.

Dieses Projekt lief nach einem klassischen Muster einesVeränderungsprozesses ab. Nach diesem Muster ist zuerst mit gehörigem Widerstand zu rechnen. Schliesslich können die etablierten Umsatzträger viel verlieren. Wer Regeln bricht und diese neu zu definieren vermag, der kann für sich in Anspruch nehmen, ein echter Innovator zu sein. Offensichtlich ist genau dies den erwähnten amerikanischen Medienunternehmen schlecht gelungen. Paywalls aufzubauen, heisst bloss, die klassischen Geschäftsmodelle unverändert auf die neuen Begebenheiten zu übertragen. Das ist im Normalfall nicht von grosser und langer Wirksamkeit.

Gefragt sind – auch in diesem Fall – radikale Innovationen. Innovationen, die nur entstehen, wenn man «über den Tellerrand» hinausguckt. Wenn man das Undenkbare denkbar macht. Das wiederum funktioniert nur, wenn ausgetretene Denkpfade verlassen und bestehende Denkmuster der eigenen Unternehmung systematisch durchbrochen werden. Das wiederum gelingt meist nur mit einem extern begleiteten Veränderungsprozess. Aha-Effekte können dabei Unternehmen vermitteln, die sich auf die Themen «Kreativität» und «Innovation» spezialisiert haben. Eines dieser Unternehmen ist bspw. die Zürcher Denkmotor Gmbh. Die junge Firma berät und begleitet Firmen im Bereich von Kreativitätsprozessen.

Kreativität ist das Eine. Die nachfolgende systematische Implementierung in die Unternehmensprozesse das Andere. Einen höchst spannenden Ansatz für Unternehmensentwicklung hat die Wiener Beratungsfirma Exner entwickelt. Sie geht davon aus, dass die Wirtschaft in den nächsten Jahren nicht in ruhigere, berechenbarere Gewässer läuft und höchst volatil bleibt. Ihr Volatilitätscheck ist ein geeignetes Instrument, um nicht nur die harten Fakten in volatilen Zeiten zu berücksichtigen. Speziell weiche Elemente, wie Beobachtungs-, Lern- und Reflektionsfähigkeit oder Reaktionsfreudigkeit werden überprüft. Ein Business Coach hilft in diesem umfassenden Prozess, die Sicht auf das Wesentliche beizubehalten. Diese Softfaktoren unterstützen die Innovationsfähigkeit von Unternehmen, in Einzelfällen werden sie sogar erst durch diese ermöglicht.

Innovationsprozesse verlangen eine hohe Veränderungsbereitschaft. Eine Bereitschaft, die dringend notwendig ist, um letztlich nicht in dieselbe Situation zu kommen, in der amerikanische Medienunternehmen heute sind.

>> Artikel Neue Zürcher Zeitung NZZ; «Amerikas Zeitungen straucheln» vom 7. Mai 2012
>> Studie Pew Research Center
>> Business Coaching SOULWORXX / Markus Müller
>> XING-Profil Markus Müller

Ein quer gedachter Ansatz für Corporate Social Responsibility


Heute schreibe ich über ein System, in dem automatisierte Veränderung seit je her eine Selbstverständlichkeit ist. Die Natur. Keine Angst… ich verfalle nicht in esoterisches Geschreibe. Ein wenig Philosophisches und Systemisches hingegen darf durchaus Platz haben… Die Bionik, die evolutionäre Vorgänge der Natur untersucht und in die Technik überträgt, hat schliesslich mittlerweile mehr als nur einen wissenschaftlichen Anstrich. Darum nehme ich die Natur im Allgemeinen und Laubbäume im Speziellen als Metapher für das moderne Wirtschaftsleben.

Was hat ein Laubbaum mit einer Firma zu tun?
Der Sommer ist vorbei, die grünen Blätter werden nicht mehr ausreichend mit Wasser versorgt, sie werden allmählich gelb, dann rot, um schliesslich ganz abzufallen. Und im Frühling das Gegenteil. Ein automatischer Prozess, der einsetzt, sobald die Umgebungsbedingungen sich stark verändern. Gefallene Blätter erfüllen für das System Baum eine weitere Aufgabe. Sie übernehmen eine Düngefunktion, um den Baum im Frühjahr gestärkt wieder «auferstehen» zu lassen.

Jetzt wechsle ich den Schauplatz und gehe in die Wirtschaft. Ich stelle mir vor, das Ökosystem Baum stelle die Unternehmung dar. Die Blätter sind die Mitarbeitenden. Den nährstoffreichen Sommer stelle ich als Phase der Hochkonjunktur dar. Und den eisigen Winter als Rezession.

Beim Baum fallen in der «Krisensituation» die Blätter, beim Unternehmen werden Stellen gestrichen. Welche Aufgabe übernehmen die überzähligen Mitarbeitenden für das System Unternehmung? Während das gefallene Blatt eine konkrete Aufgabe übernimmt, müssen ehemalige Mitarbeitende eine neue Stelle finden. In der Natur-Metapher würde dies heissen, das gefallene Blatt sucht sich einen neuen Baum. Egal ob Hochkonjunktur oder Rezession. Egal ob Winter oder Sommer. Schwierig zu verstehen, nicht wahr?

Düngemittel für das eigene Unternehmen
So gesehen, müsste man ein System erdenken, das (oftmals hoch qualifizierte) Mitarbeitende nicht einfach dem freien Arbeitsmarkt überlässt. Die ehemaligen Mitarbeitenden sollten in einem Subsystem tätig sein, das sich mit der Stärkung des Unternehmens befasst. Ein System, das Entwicklungsaufgaben übernimmt, so dass die Firma in dem Moment, wo die Konjunktur wieder anzieht, bereit für einen Wachstumssprung ist. Wieso sollen die Mittel eines Sozialplans plus jene Mittel des Arbeitslosengeldes nicht in einen Spinoff fliessen, wo Mitarbeitende zu reduzierten Salären weiterarbeiten können. So lange, bis sie entweder eine neue Anstellung haben oder wieder im «Regelsystem» Unterschlupf finden. Dass der Denkansatz nicht gar so quer ist, zeigt die Fa. Merck, die nach der Schliessung der Genfer Zentrale von Serono bis zu 30 Mio. Euro in Startups und Spinoffs stecken will.

Die Realität sieht heute in der Regel anders aus. Weniger Mitarbeitende müssen stetig mehr Arbeit in kürzerer Zeit erfüllen. Das wäre in etwa dasselbe, wie wenn ein möglichst grosser Baum mit so wenig Blättern wie möglich, einen Sommer aushalten müsste, der lieber acht als bloss sechs oder sogar vier Monate dauert. Dieser Baum wird mittelfristig kaum überleben.

Soziale Unternehmensverantwortung
Insofern gesehen, bin ich – obwohl ein überzeugter Anhänger des «Laissez Faire» – ein ebenso überzeugter Anhänger einer gesunden Corporate Social Responsibility (CSR). Einer Verantwortung, die Unternehmen über ihre gesetzlichen Pflichten hinaus übernehmen. Erst eine Grundeinstellung, die den Prinzipien einer vernünftigen CSR entspricht, ermöglicht eine nachhaltige Unternehmensentwicklung. Auch im Sinne der langfristigen Umsatz- und Gewinnsicherung. Ein Sozialplan für entlassene Mitarbeitende würde in diesem Fall nicht bloss heissen, diesen bspw. das Salär zwölf statt nur drei Monate zu zahlen. Es würde heissen, das Prozess-, Markt- und Produktwissen (im weitesten Sinn) im eigenen Unternehmen zu halten. Das wäre echte soziale Unternehmensverantwortung. Ohne den Aspekt der Umsatz- und Gewinnoptimierung komplett aus dem Blickwinkel zu verlieren.

>> Wissenschaftlicher Artikel aus der «Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik» zum Thema «Corporate Social Responsibility»

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