Internet, Social Media und Mittelstand.«Must Have» oder Modeerscheinung?

Keine einfache Frage. Mittlerweile scheint sie auch die zahllosen kleinen und mittelständischen Unternehmen (oder in der Schweiz KMU genannt) zu bewegen. Benötigen wir einen Auftritt auf facebook? Müssen wir nun wirklich auch noch tweeten? Zugegeben… einfach ist es, einen facebook-Auftritt zu erstellen. Und mit einer App à la «Covergen» schauen auch die Titel- und Profilbilder für die Chronik richtig schön aus.

Aber was geschieht danach? Oft fristen die Auftritte ein ödes und einsames Dasein. Wie schon bei Websites gilt: Internetauftritt basteln ist das Eine. Diese zu unterhalten das Andere. Insofern gilt es, bei jeder Integration eines neuen Kommunikationskanals konzeptionell vorzugehen. Aber auch das reicht noch nicht aus. Was oft vergessen wird, ist an eine Anpassung der Firmenprozesse zu denken. Speziell, wenn man von sozialen Kanälen spricht, dann kommen sehr oft neue Zielgruppen hinzu, die mit geeigneten Inhalten und der richtigen Tonalität angesprochen werden müssen. Auch hier heisst es wiederum… Prozessanpassung ist das eine, kulturelle Veränderung das andere. Kann und will die beauftragte Person die Kanäle speisen? Liegt ihr das Medium? Hat sie die Zeit dazu? Passt das Medium zur Unternehmenskultur? Hat es überhaupt Inhalte für die entsprechende Zielgruppe? Kann es Follower, Fans  und Freunde generieren?

«Geschäftsprozessoptimierung» und «Kulturelle Veränderung»… das klingt nun alles nach Konzern und multinational. Das muss nicht zwingend sein, denn auch für mittelständische und kleine Unternehmen lohnt es sich durchaus, die eigenen Kommunikationsprozesse zu hinterfragen. In der Regel gelingt dies allerdings bloss mit einer kritischen Begleitung (Business Coaching), welche die richtigen Fragen stellt, damit das Vorgehen des Unternehmens spiegelt und so eine nachhaltige Veränderung einleitet.

Der langen Rede, kurzer Sinn… Internet und Social Media sind für mich grundsätzlich eher ein «Must Have», denn eine Modeerscheinung. Auch für den Mittelstand. Denn bekanntlich gibt es ja keine Nicht-Kommunikation. Warum dann nicht gleich die richtigen Medien wählen?

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Soziale kontra reale Netzwerke

Meine hier gemachten Überlegungen knüpfen sehr stark an einen Artikel aus der aktuellen Ausgabe GDI-Impuls mit dem Titel «The Mensch Is The Message» an. Furchtbare Vermischung von englisch und deutsch. Aber der Kern der Aussage stimmt natürlich. Die Headline zur Ausgabe lautet: (ich zitiere wörtlich: Der Kult um die sozialen Netzwerke ist ungebrochen. Aber so wichtig das Digitale auch sein kann: Analog entscheidet!)

Stimmt doch genau! Wohlverstanden, ich bin intensiver Nutzer und Verfechter von sozialen Medien. Und nicht bloss einem Kanal zugetan. Richtig vorbildlich nutze ich bspw. XING für geschäftliche Kontakte und facebook für private «Freundschaften». Ich bin nicht einmal unglücklich darüber, dass ich die überwiegende Anzahl an facebook-Freunden auch im wirklichen Leben zu meinen Bekannten und Freunden zählen darf. Wirkliche Freunde eben. In diesem Zusammenhang kommt mir eine lustige Geschichte in den Sinn, zu der ich letzten Sommer in einem anderen Blog einen Post ablieferte (lohnt sich auch, diesen zu lesen…).

Nun aber gleich wieder zurück. Das GDI (Gottlieb Duttweiler Institut) sagt in der einführenden Headline zum Magazin: Analog entscheidet! Und nicht digital! Und nun Hand aufs Herz. Wie viele Geschäfte haben Sie in XING schon gemacht? Nur dank Ihrer schieren Präsenz? Weil dort jemand auf Sie gestossen ist und Ihnen gleich einen Auftrag zukommen liess? Natürlich… die Ausnahme bestätigt die Regel! Aber das Vertrauen zu einem Menschen kann man bloss real aufbauen. Kommunizieren und eine Beziehung pflegen, das funktioniert letztlich hervorragend über elektronische und soziale Netzwerke. Aber eine vertrauensvolle Beziehung aufbauen, geht nur über reale Treffen.

So gesehen, vertraue ich ein weiteres Mal auf ein Prinzip der Physik. Ein Prinzip, das bis jetzt noch jedes Mal funktionierte. «Actio – Reactio». Eine Aktion löst immer eine Gegenreaktion aus. Bis wieder alles im Gleichgewicht ist. Je heftiger eine Bewegung ist, desto heftiger wird die Gegenbewegung. Früher oder später.

Der langen Rede, kurzer Sinn: Soziale Netzwerke im Unternehmensalltag? Unbedingt! Keine Frage! Aber neben dem Kult und Hype um die elektronischen Medien, bitte die realen Kontakte nicht vergessen! Geschäftsabschlüsse werden (ausser im maschinellen Handel an der Börse) noch immer meist von realen Personen gemacht.

>> Aktuelle Ausgabe GDI-Impuls
>> Website Gottlieb Duttweiler Institut

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