Crowd Company. Organisationsform der Zukunft?

Vor einigen Wochen las ich mit grosser Aufmerksamkeit einen Artikel in der Sonntagsausgabe der Neuen Zürcher Zeitung. Der Titel des Artikels (Link siehe Fusszeile) lautete «Wenn der Chefsessel leer bleibt». Nun ja… der Sessel bleibt ja des Öfteren leer. Der Chef ist viel auf Reisen, in Meetings oder bei Kunden… Nein, so war der Titel denn auch nicht gedacht. Es war wirklich gemeint, dass grundsätzlich kein Chef mehr da ist. Vielleicht nicht gerade in einem produzierenden Handwerksbetrieb. Aber in Unternehmungen, wo vornehmlich hochqualifizierte Wissensarbeiter angestellt sind, erweist es sich oft als Tatsache, dass die Mitarbeitenden durchaus in der Lage sind, sich selbst zu organisieren.

Ein solches Vorgehen hat Vorteile. So kann schlank und innert kürzester Frist eine Organisationsform gewählt werden, die den jeweiligen Umständen entspricht. Manchmal ist eine Matrixorganisation angebracht, zuweilen vielleicht eine querfunktionale, offene Organisationsstruktur. Wenn kein fixes Organigramm besteht, können die Projektmitarbeitenden die zutreffende Organisation rasch und unkompliziert wählen. Und auch unkompliziert zu einer nächsten Form übergehen.

Meine Vision geht noch weiter
Ich gehe noch viel weiter. Ich sage nicht bloss, es braucht keinen Chef mehr. Ich sage sogar, für Kreativ- und Wissensunternehmen braucht es gar keine eigentliche Firma mehr. Und verwende dazu den Modebegriff «Crowd», ergänze das Wort mit «Company» und fertig ist der neue Ausdruck: «Crowd Company»!

Was das sein soll? Ganz einfach!
In Zeiten von Home Office, Cloud Computing, globaler Vernetzung und Shared Office Space braucht es an sich gar keine Firmenräumlichkeiten mehr. Das kostet bloss Geld. Und klassische Büros bieten in der Regel sowieso alles andere als eine kreative Atmosphäre. Also ist die künftige Unternehmung virtuell. Die benötigten Dienstleistungen kommen aus der Crowd, bzw. aus der Community, die beteiligten Personen erfinden für das Projekt und für sich selbst Beteiligungs-, Kompensations- und Businessmodelle. Ein echtes, sich selbst organisierendes System! Das einzige, was es dazu benötigt, ist eine Grundidee. Eine Vision, eine Art Nukleus, um den sich neue Ideen formieren und Aktivitäten, Produkte und Dienstleistungen aufbauen. Das mag im ersten Moment ein wenig nach Science Fiction klingen. Ist es aber nicht unbedingt…

eezyvibes, ein Crowd Company Projekt
Ein Projekt, das nach dieser Philosophie funktionieren soll, ist vor einiger Zeit gestartet worden. Es handelt sich um ein Musikprojekt, das sich der fairen Nutzung von Musik im Zeitalter der Gratismentalität widmet. Neue Business- und Einkommensmodelle sollen aus der Crowd generiert werden. Ein Musikblog stellt dabei den oben beschriebenen Nukleus dar. Der Blog nutzt die multimedialen Möglichkeiten des Internets und bietet dem Musikliebhaber eine Plattform, auf der er sich mit Text, Bild, Videos und Streams über Neues aus der Musikszene informiert. Darüber hinaus ist das Konzept noch nicht geschrieben, denn es kann in die eine, oder andere, oder auch komplett andere Richtung gehen.

Ein visionäres Projekt! Vielleicht seiner Zeit sogar noch voraus. Aber es verdient auf jeden Fall Vorschusslorbeeren.


>> Artikel NZZ am Sonntag, 10. Juni 2012 (PDF 344 kByte) nzz_20120610_wenn-der-chefsessel-leer-bleibt

>> Crowdprojekt «eezyvibes.ch»
>> eezyvibes auf facebook

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