Warum es facebook in 20 Jahren nicht mehr geben wird

Ich gebe gleich vorweg zu, der Titel ist ein wenig reisserisch. Und doch geht es in diesem Artikel darum, dass die Möglichkeit bestehen könnte. Ich streife das führende soziale Medium nämlich für einmal aus dem Blickwinkel der Synergetik, einer Wissenschaft, die das Zusammenspiel von Elementen in komplexen dynamischen Systemen untersucht und beschreibt. Und aus dieser Warte betrachtet, besteht durchaus Gefahr für facebook. Doch keine Angst… der Artikel wird nicht allzu wissenschaftlich.

Nach aktuellen Zahlen hat beinahe jeder zweite Erdenbürger, der Zugang zum Internet hat (ca. 1.8 Mia. Menschen), einen Facebook-Auftritt (ca. 850’000’000). Eine kaum fassbare Zahl. Hier birgt sich für den börsenkotierten Konzern eine Gefahr. So viele Menschen, die miteinander vernetzt sind, bilden früher oder später eine Art der Selbstorganisation. Äussern Bedürfnisse, sich selbst besser organisieren zu können.

Die Selbstorganisation ist ein wichtiger Aspekt der Synergetik. Selbstorganisierte Systeme sind in der Regel komplex, die Teile können sich ständig verändern. Jedes Systemverhalten wirkt auf sich selbst zurück und wird wieder Ausgangspunkt für weiteres Verhalten. Es erfolgt keine prinzipielle Trennung zwischen organisierenden, gestaltenden oder lenkenden Teilen. Und selbstorganisierende Systeme sind autonom, wenn die Beziehungen und Interaktionen, die das System als Einheit definieren, nur durch das System selbst bestimmt werden.

Die Voraussetzungen für ein sich selbst organisierendes System sind, wenn man diese Zeilen liest, grundsätzlich da. Bis auf den letztgenannten Punkt. Der dürfte eine Knacknuss für Mark Zuckerberg und sein Team werden, sobald die Community sich selbstbewusster gegenüber dem Koloss facebook äussert. Wie viel Mit- und Selbstbestimmung wird der Community gewährt? Wie breit bleibt das Spektrum, das die Investoren an Mitbestimmung der Community überlassen?

Was würde wohl geschehen, wenn sich ein starkes soziales Open Source Netzwerk bildet, das sich komplett selbst organisiert und weiterentwickelt.
Ein soziales Medium, das Bedürfnisse der User umgehend umsetzt. Eine Analogie gibt es im Bereich der Internet-Browser. Firefox hat es als Open Source Internetbrowser weit gebracht. Im deutschsprachigen Bereich ist Firefox führend, weltweit liegt der Browser auf Platz zwei. Firefox ist agiler als der Internet Explorer (iEx), kann auf Bedürfnisse insgesamt schneller reagieren als sein übermächtig erscheinender Mitbewerber. Firefox ist auch innovativer und bringt regelmässig Neuerungen, auf die iEx bloss noch re-agieren kann.

Warten wir also ab, wie lange sich die facebook-User die einerseits offene, teilweise aber auch recht verdeckte Bevormundung gefallen lassen. Insofern gesehen, ist also meine Überlegung, dass es facebook in 20 Jahren nicht mehr (oder zumindest nicht mehr in der heutigen Form) geben könnte, nicht so weit her gegriffen.

Ist die expertenzentrierte Wirtschaftsberatung ein Auslaufmodell?

Als Antwort auf den Titel dieses Blogposts sage ich mal ganz provokativ: Ja! Natürlich lasse ich dieses Statement nicht so stehen, einige erklärende Sätze kommen schon dazu!

Fokus auf harte Faktoren
Expertenzentrierte Beratung fokussiert häufig auf harte Fakten eines Businessmodells. Produkte-Lebenszyklen werden untersucht, Renditen von Länderorganisationen, Pro-Kopf-Umsätze von Mitbewerbern werden verglichen, der Produktions-Output von Fabriken und dergleichen. Harte Fakten, rasche Reaktionszeiten, schnelle Erfolge. In der Regel wird eine Unternehmung, bzw. ein Unternehmensteil nach einem Audit einer klassischen Unternehmensberatung reorganisiert. Auf die eine oder andere Weise.

Die Lösung wird von aussen zugetragen
Für viele Arbeitnehmende gehören Reorganisationsprozesse heute sozusagen zum Arbeitsalltag. Das belastet die Mitarbeitenden. Grundsätzlich sind Anpassungsprozesse nichts Schlechtes, denn volatile Zeiten erfordern ein ständiges «sich neu erfinden». Werden Reorganisationen von expertenzentrierten Beratern empfohlen, sind diese sozusagen von «aussen» aufoktruiert. Die Lösung kommt nicht von «innen». Sie ist nicht organisch entstanden.

Coaching führt zu Lösungen, die von innen kommen
Nicht selten stehen Management und Mitarbeitende gar nicht hinter derart eingeführten Strukturen und Abläufen. Eine prozessorientierte Beratung, welche die Schlüsselpersonen einer Organisation zielgerichtet zu eigenen Lösungen begleitet, führt in der Regel zu einem wesentlich besseren Impact als das klassische expertenfokussierte Consulting. Ein systemisch-lösungsorientiertes Business Coaching lässt zudem mehr Freiräume für weiche Faktoren und kreative Lösungen. Dazu ein Beispiel. In welchem Unternehmen wird heute die Frage gestellt, ob und in welcher Form das Unternehmen Reflexion zulässt? Ob Reflexion Zeit, aber auch Raum erhält? Wo dies nicht der Fall ist, kann kaum Innovatives entstehen. Ein prozessorientiertes Coaching hilft einer Unternehmung, ihre eigene Situation aus unterschiedlichen Wahrnehmungsräumen zu sehen und entsprechende Neuausrichtungen vorzunehmen. Nur mit dem Unterschied, dass die Lösungen selbst erarbeitet und damit wesentlich besser getragen werden. Was wiederum eine tiefgreifende und andauernde Wirkung im Unternehmen mit sich bringt.

>> SOULWORXX. Beyond Consulting.

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