Innovation ist eine Unternehmensressource

Wie die Neue Zürcher Zeitung NZZ kürzlich berichtete, haben amerikanische Zeitungen grösste Mühe, neue Geschäftsmodelle zu finden. Eine Studie des amerikanischen Pew Research Centers zeigte auf, dass US-Medienhäuser jedem Dollar, den sie im klassischen Printgeschäft verloren, lediglich rund 15 Cents an Einnahmen aus dem (neuen) Onlinegeschäft gegenüberstellen können. In Prozenten ausgedrückt, bedeutet dies ein Rückgang von 85 %.

Ich hatte vor über zehn Jahren das Vergnügen, bei einem der radikalsten Medienprojekte, das die Schweiz bis dahin kannte, dabei zu sein. Ich durfte die ersten zwei Jahre des crossmedialen Pendlermediums «20 Minuten» mitprägen. Die dazugehörige Zeitung ist heute die mit Abstand am meisten gelesene Tageszeitung der Schweiz. Die Einführung des Gratisblattes war allerdings von massivem Gegenwind gezeichnet. Die etablierten Medienhäuser kämpften mit vielen Mitteln gegen das alle Regeln missachtende Startup. In Deutschland ging das soweit, dass die grossen Medienunternehmen innert Wochen millionenschwere Gegenprojekte lancierten. Nur um diese nach dem Rückzug von 20 Minuten aus dem Testmarkt Köln wieder einzustellen.

Dieses Projekt lief nach einem klassischen Muster einesVeränderungsprozesses ab. Nach diesem Muster ist zuerst mit gehörigem Widerstand zu rechnen. Schliesslich können die etablierten Umsatzträger viel verlieren. Wer Regeln bricht und diese neu zu definieren vermag, der kann für sich in Anspruch nehmen, ein echter Innovator zu sein. Offensichtlich ist genau dies den erwähnten amerikanischen Medienunternehmen schlecht gelungen. Paywalls aufzubauen, heisst bloss, die klassischen Geschäftsmodelle unverändert auf die neuen Begebenheiten zu übertragen. Das ist im Normalfall nicht von grosser und langer Wirksamkeit.

Gefragt sind – auch in diesem Fall – radikale Innovationen. Innovationen, die nur entstehen, wenn man «über den Tellerrand» hinausguckt. Wenn man das Undenkbare denkbar macht. Das wiederum funktioniert nur, wenn ausgetretene Denkpfade verlassen und bestehende Denkmuster der eigenen Unternehmung systematisch durchbrochen werden. Das wiederum gelingt meist nur mit einem extern begleiteten Veränderungsprozess. Aha-Effekte können dabei Unternehmen vermitteln, die sich auf die Themen «Kreativität» und «Innovation» spezialisiert haben. Eines dieser Unternehmen ist bspw. die Zürcher Denkmotor Gmbh. Die junge Firma berät und begleitet Firmen im Bereich von Kreativitätsprozessen.

Kreativität ist das Eine. Die nachfolgende systematische Implementierung in die Unternehmensprozesse das Andere. Einen höchst spannenden Ansatz für Unternehmensentwicklung hat die Wiener Beratungsfirma Exner entwickelt. Sie geht davon aus, dass die Wirtschaft in den nächsten Jahren nicht in ruhigere, berechenbarere Gewässer läuft und höchst volatil bleibt. Ihr Volatilitätscheck ist ein geeignetes Instrument, um nicht nur die harten Fakten in volatilen Zeiten zu berücksichtigen. Speziell weiche Elemente, wie Beobachtungs-, Lern- und Reflektionsfähigkeit oder Reaktionsfreudigkeit werden überprüft. Ein Business Coach hilft in diesem umfassenden Prozess, die Sicht auf das Wesentliche beizubehalten. Diese Softfaktoren unterstützen die Innovationsfähigkeit von Unternehmen, in Einzelfällen werden sie sogar erst durch diese ermöglicht.

Innovationsprozesse verlangen eine hohe Veränderungsbereitschaft. Eine Bereitschaft, die dringend notwendig ist, um letztlich nicht in dieselbe Situation zu kommen, in der amerikanische Medienunternehmen heute sind.

>> Artikel Neue Zürcher Zeitung NZZ; «Amerikas Zeitungen straucheln» vom 7. Mai 2012
>> Studie Pew Research Center
>> Business Coaching SOULWORXX / Markus Müller
>> XING-Profil Markus Müller

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2 Responses to Innovation ist eine Unternehmensressource

  1. uderiu says:

    Grundsätzlich bin ich einverstanden – ohne Innovationen stehen wir still und werden von den anderen überholt.
    Doch ist nicht jede Innovation gleichermassen wünschenswert und vor allem nicht gleichermassen ethisch vertretbar. Kiwi-Orangen, beispielsweise, wie im Artikelbild suggeriert, sind nur durch Gen-Manipulation zu erreichen. Die weltweiten Konsequenzen von Gen-Manipulation sind uns heute noch nicht bekannt. Genauso wie anfangs der 40er Jahre den Bauern die verheerende Wirkung der A-Bombe nicht bekannt war, bevor sie gezündet wurde.
    Der innovative Mensch experimentiert mit Technologien, deren Ausmass er nicht kennt und oft nicht abschätzen kann. Innovationsprozesse verlangen nicht nur eine hohe Veränderungsbereitschaft sondern auch eine ethische (Selbst-)Kontrolle.

    Ursula Deriu

    http://tirsus.com

    • dukemuller says:

      Das kann man selbstverständlich so stehen lassen!
      Bei der «Kiwirange» handelt es sich um ein Symbolbild, das aufzeigen soll, dass man sich oft das Undenkbare vorstellen können muss, um eine Neuerung zu erreichen. Eine Orange ist eine Orange. Punkt. Wer sich allerdings nicht einmal vorstellen kann, wie eine Orange im Innern aussieht, wenn die Schale eine Kiwi beinhalten würde, kann durchaus mehr Mühe mit Innovationsprozessen haben.

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