Mein Chef ist auf dem Golfplatz

tredition_MM_empowermentDie wahren Geschäfte werden auf dem Golf- oder Tennisplatz gemacht!
Ein Klischee, das früher auf der Tatsache basierte, dass sich lediglich gut betuchte Menschen, das Vergnügen leisten konnten, sich dort körperlich zu betätigen. Und dies wo möglich noch während der Arbeitszeit. Man war sozusagen unter seinesgleichen.

Vieles hat sich seither geändert. Green Fees sind günstiger geworden. Und Tennis lässt sich heute spielen, ohne dass man gleich ein Mehrfaches eines Monatsgehaltes berappen muss, um den Jahresbetrag im Tennisclub begleichen zu können. Und das ist gut so. Denn neben dem positiven Effekt auf die körperliche Gesundheit, hat Bewegung auch einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Psyche.

Bewegung als Empowerment-Tool in Change Prozessen
Das vor wenigen Tagen erschienene Booklet des Verfassers ebendieses Blogartikels (Empowerment durch Bewegung und Sport) zeigt auf, wie wertvoll Sport und Bewegung als Empowerment-Tool sind und wo das Instrument schon erfolgreich genutzt wurde. Die (körperliche) Bewegung unterstützt über die Ausschüttung von chemischen Botenstoffen Veränderungsprozesse. Das ist nicht erst seit heute bekannt, diese Tatsache machen sich viele Outdoor-Coaches bereits heute zu Nutze. Der eine oder andere vielleicht unbewusst. Spätestens jedoch seit dem vorliegenden Booklet ist klar: Bewegungs-Coaching funktioniert sehr gut!

Ein Plädoyer dafür, vermehrt einen (geführten) Nachmittag auf dem Golfplatz zu verbringen. Oder joggend über Feld und Wiese. Oder radelnd durchs Gelände…

>> Das Booklet auf amazon.de

Kannibalisiere dich selbst, sonst…

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Martialisch… aber wahr!
…tut dies ein anderer. Klingt ein wenig martialisch. Doch diese Wirtschaftsweisheit hat spätestens seit der Geburt der Internet-Economy vor 15 – 20 Jahren neuen Auftrieb erhalten. Wie mancher Buchladen mag wohl in den vergangenen 20 Jahren die Türen geschlossen, weil literarisch interessierte Menschen ihre Bücher online bestellen oder auf ihren eReader herunterladen? Schon oft habe ich erlebt, dass vor allem kleine Unternehmen mit dem Schicksal hadern, das ihnen von übermächtig erscheinenden Wirtschaftsvorgängen widerfahren ist. Als beliebtes Beispiel, um dies mit einem «Bild» darzustellen, erscheint mir immer wieder das Verhalten von Detailhändlern in kleineren Innenstädten. Man lamentiert oft über die grossen Einkaufscenter, welche sich schon vor Jahren und Jahrzehnten ausserhalb der Innenstädte angesiedelt haben. Dort, wo man mit dem Privatauto gut hingelangt. Und oft erst noch gratis parkieren kann. Genau diesen Fakt höre ich immer wieder als Hauptschuldigen, weshalb die Konsumenten nicht mehr in die Cities von kleineren Städten fahren. Weil dort Verkehrsstau herrscht. Und die Parkplätze Mangelware sind. Und man die eingekauften Waren erst noch zum Auto schleppen muss.

Mut zeigen und nicht mit dem Schicksal hadern
Die eigentlichen Beweggründe liegen jedoch tiefer versteckt. Kauft der Konsument in einem riesigen Center ein, marschiert er mit seinem Einkaufswagen oft auch Hunderte von Metern, bis er bei seinem Auto ankommt. Und viele Center haben mittlerweile (vor allem in der Schweiz) ebenso ein (kostenpflichtiges) Parkplatzmanagement wie Innenstädte.

Nimmt man diese zwei Tatsachen etwas näher unter die Lupe, erkennt man: Nicht der eigentliche Fussweg vom Auto zum Einkaufsladen ist das Hauptproblem. Das Schleppen der Waren vom Shop zum Auto! Wieso entwickelt somit keine Detailhandelsvereinigung ein Konzept, das eine Art Einkaufswagenpark für Innenstädte bereitstellt? Wieso gibt es keine elektrische Shopping-Taxis, welche Konsumenten von Parkplätzen auf Schritt und Tritt auf eine, (Innenstadt-)Einkaufsbummel begleiten. Und die eingekauften Waren danach zum Wagen zurückfahren? Dies sind nur zwei von weit über Hundert Roh-Ideen, die in einem Kreativworkshop für eine Detailhandelsorganisation entstanden sind.

Mit «frischen» Beinen rennt es sich schneller
Die Moral der Geschichte ist folgende: Auch kleinere Unternehmen kommen nicht an der Tatsache vorbei, dass sie sich ständig weiterentwickeln müssen. Sich Trends nicht verschliessen können. Neben dem zeitraubenden Betrieb der eigenen kleinen Firma müssen sie noch die Zeit für ein Reflektion finden. Eine Reflektionsphase, die dazu dient, neue Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle zu entwickeln. Welche dann letztlich helfen, mit den erwähnten Trends zu gehen.

Oft höre ich die Argumente: «Das können wir uns finanziell nicht leisten!» oder «Wir haben nicht die Zeit dazu!» Nachvollziehbar! Was könnte also ein Lösungsansätz für jene Kleinunternehmer sein, die tatsächlich tagein, tagaus selbst am Tresen stehen? Bsp. könnten Kreativ- und Innovations-Workshops von Branchenverbänden angeboten werden. Und die eigentliche Umsetzung geschieht dann beim Kleinunternehmer mit einem Business-Coach. Und dieser agiert «bloss» als sporadischer Prozessbegleiter.

Versuchen Sie sich also für einmal als Kannibale! In aller Regel kommt man mit einem Bein noch immer vorwärts. Selbst unsere handicappierten Mitmenschen, die nicht mehr gehen können, kommen mit technischen Hilfsmitteln vorwärts! Und manche von ihnen sogar ganz schnell! Das Schöne an der Geschichte, im Gegensatz zum realen menschlichen Leben, ist: auch wenn das bewusste Kannibalisieren eines (Geschäfts-)Beines weh tut… ein neues, unverbrauchtes und fittes Bein wächst nach. Und lässt einen schon bald wieder an der Startlinie eines Marathons stehen.

Lebenszyklen in der Wirtschaft

lifecycleWenn sich ganze Branchen erneuern
Heute schreibe ich wieder über Innovation. Und zwar aus der Sicht der «Gesamterneuerung» einer Branche. Vor einiger Zeit schrieb ich über ein Beispiel aus der Finanzbranche. Ein weiteres Beispiel aus der Musikbranche beschrieb ich ansatzweise im Artikel über «Crowd Companies». Heute verbleibe ich bei der Musikbranche, da ich der Branche seit vielen Jahren sehr nahe stehe.

Im Kontext mit dem heutigen Artikel zitiere ich das Modell von Claudia Kostka (2006), welche die verschiedenen Phasen der Veränderung treffend beschrieb. Sie beschreibt sieben Phasen. Auf die erste Phase (Schock, Überraschung) folgt die Phase der Verneinung und Ablehnung. Darauf folgt die rationale Einsicht, die emotionale Akzeptanz, die Probier- und Lernphase und schliesslich die Erkenntnis- und Integrationsphase.

Beim Innovationsverhalten von Konzernen und global agierenden Unternehmen ist es immer wieder interessant zu beobachten, wie diese simplen Prinzipien nicht selten geradezu mit Füssen getreten werden. Das will ich anhand eines Beispiels erläutern:

Langsame Dinosaurier vs. agile Raubtiere
Die produzierende und vertreibende Musikindustrie hatte viele Jahrzehnte ein gemächliches Leben. Vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die 1990er-Jahre wurden Tonträger vertrieben und vermarket. Die einzige Innovation während dieser langen Zeit bestand darin, dass sich zuerst das Material (von Schellack zu Vinyl) und schliesslich das Material, die Grösse und die Abspielgeräte (Compact Discs) änderten. Die CD’s brachten zum ersten Mal etwas Aufregung in die Branche. Richtig heftig wurde es wenige Jahre später, als Napster (und andere Startups) auf den Plan traten. Plötzlich gab es die Musik nicht mehr auf physisch vorhandenen Datenträgern, sondern (nur noch) als Downloads. Und oft erst noch in Piratenmanier kostenlos. Die Grossindustrie reagierte nach den beschriebenen Prinzipien. Auf die Überraschungsphase folgte die Phase der Bekämpfung der neuen Technologie. Nach der rationalen Einsicht und der Akzeptanz, dass sich die neue Technologie durchsetzt, wurden allerdings die Phasen der Ausprobierens, Lernens und Erkennens übersprungen. Und zwar indem Firmen wie Napster übernommen und integriert wurden. Die Plattformen wurden vollumfänglich in die Philosophie, Denkweise und Werthaltung der Mutterunternehmung eingebunden. Die revolutionären Werte gingen früher oder später verloren. Napster gibt es zwar heute noch, aber der führende Rang wurde längst von einer Plattform übernommen, deren «Mutterunternehmung» ursprünglich überhaupt kein Musikhändler war. Apple’s iTunes!

Lebenszyklen Musikträger-Technologien

Lebenszyklen Musikträger-Technologien

Der nächste Entwicklungsschritt wartet nicht
Der letzte Paradigmenwechsel in der globalen Musikindustrie ist gerade erst verdaut, schon steht die nächste Evolution (oder gar Revolution) vor der Tür. Downloads werden überflüssig und Menschen beginnen immer mehr damit, ihre Musik weder auf physischen Datenträgern noch in virtueller Form auf einer eigenen Harddisk zu besitzen. Sie erstehen lediglich noch das Recht, sich Musik über das Internet anzuhören (Cloud Music). Die Evolution wird allerdings wiederum (wie vor Jahren bei Napster) zur Revolution, weil immer mehr Künstler beginnen, ihre Musik kostenlos anzubieten und über neue Geschäftsmodelle Geld zu verdienen. So kann es sein, dass Bands über Konzerte ihren Lebensunterhalt verdienen. Oder sie verkaufen liebevoll, in Handarbeit erstellte Merchandising-Artikel. Oder sie pressen ihren modernen Sound in Retroform auf Vinyl und verkaufen diese an Sammler und Liebhaber. Die Phase der Entstehung neuer Geschäftsmodelle läuft zur Zeit auf Hochtouren.

Und was machen derweil die «Major Labels»? Sie setzen – zumindest aus der Ferne betrachtet – noch immer auf die totale Vermarktung einiger weniger globaler Künstler und Bands in einigen wenigen Genres (Pop, Rock oder Hip Hop). Sie setzen die Preise für Konzerttickets immer höher an, weil die Einnahmen aus den Musikverkäufen immer kleiner werden. Innovativ ist das nicht gerade. Und währenddessen verabschieden sich immer mehr Musiker in die freie Selbstvermarktung. Es entstehen Plattformen, die grösser werden. Beispielsweise die alternativen Musikvermarkter «cdbaby», «reverbnation» oder «bandcamp». Wie lange es wohl dauert, bis Sony, Universal oder Warner eine der erwähnten Plattformen aufkaufen? Und vollständig integrieren?

Und nun gelange ich zur Quintessenz, was Unternehmen aus dieser Geschichte lernen sollten:

1. Es ist ein Must, Produkte und Dienstleistungen permanent zu erneuern! Sich selbst zu kannibalisieren ist besser, als durch Konkurrenten «verspiesen» zu werden.
2. Ein sensibler Trendradar ist heute für Unternehmen unumgänglich.
3. Mit der Frage, was diese Trends für die eigenen Unternehmung bedeuten, hat sich jede Firma intensiv zu beschäftigen.
und last but not least…
4. Sollte ein Startup aufgekauft werden, ist es meist besser, die neue Unternehmenseinheit losgelöst zu betreiben. Auch wenn dies in der Regel mit Mehrkosten verbunden ist… die (neuen) Werte sind nicht in (globale) Werte eines Konzerns zu intergrieren, zumal es globale Werte gar nicht geben kann.

Deshalb! Auf zu neuen, innovativen Ufern! Und sollten Sie in ihrer täglichen Arbeit kaum Zeit für Reflektion, Kreativität und Innovation finden… stets zu Diensten!

Verantwortung in den sozialen Medien

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Überlegt Bilder auf facebook oder ähnliche soziale Medien laden
Ich würde mich als Digital Native bezeichnen. Wenn dies mein Alter zulassen würde. Von der offiziellen Definition her älter, sollte ich mich wohl eher als heavy using «Digital Immigrant» bezeichnen. Vielleicht ist dies der Grund, wieso ich mir immer wieder gut überlege, was ich poste und was ich eben sein lasse. Was für mich definitiv ein «No Go» ist, sind die eigenen (Klein-)Kinder und Babies abzulichten, um dann die Bilder mit stolzer Elternfreude zu posten. Was ich da schon alles gesehen habe…

Ich will nicht einmal auf das Pädophilen-Problem eingehen, das gehört nicht zwingend in einen Unternehmensentwicklungs-Blog. Aber was geschieht mit den Bildern in 14 oder 15 Jahren? Wenn die Kleinen nicht gar mehr so klein sind? Wenn sie eine eigene Meinung haben? Eine Lehrstelle suchen? Ist es dann förderlich, als junger Erwachsener nicht zu wissen, ob draussen in der Welt auf irgendeiner Festplatte noch Kinderfotos von einem gespeichert sind? Klar hebe ich den Mahnfinger und oute mich damit vielleicht als veralteter und uncool denkender Zeitgenosse. Nichtsdestotrotz… ich habe mir die Mühe gemacht, ein wenig zu recherchieren, ob es Gesetze gibt, welche die Kleinen im Internet schützen. Ich habe mich bei Unicef gemeldet. Zahllose Anfragen bei Suchmaschinen gestartet und viele Websites durchforstet. Nichts!

Von Unicef bekam ich zwar rasch eine sehr kompetente Antwort. Doch letztlich konnte mir auch das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen keine Antworten auf meine Kernfrage geben. Zwar gibt es eine Publikation zum Thema «Child Safety Online». Diese geht jedoch mehr darauf ein, wie Kinder im Web vor ungewollten Einflüssen von Drittpersonen geschützt werden können. Ich interpretiere aus meinen Recherchen, dass es letztlich von den Erziehungsverantwortlichen, welche die Vertretungspflicht für die Kinder haben, abhängt, was und wie viel sie von den eigenen Kindern in soziale Medien stellen wollen. Das ist in der gläsernen Gesellschaft von heute nicht wenig verlangt!

Wie sieht es in der Wirtschaft mit dieser Verantwortung aus?
Das führt mich nun zur Frage, wie die Situation im Unternehmen aussieht. Gibt es in Firmen eine Art Compliance für soziale Medien? Wer was in welche Kanäle stellen darf und soll? Schnell ist ein Dokument, das nicht für alle Augen erstellt wurde, in facebook gepostet. Rasch ist ein Tweet mit einem vertraulichen Inhalt in das World Wide Web entlassen. Gerade dieser Tweet wird vielleicht irgendwo in einem Monitoring erfasst und gespeichert. Da nützt es auch nichts mehr, wenn man diesen Tweet aus dem eigenen System wieder löscht. Oder wie machen dies mittelständische Unternehmen, die keine expliziten Social Media-Verantwortlichen haben? Basiert dieses Zusammenspiel auf Vertrauen?

Wie machen Sie als Manager oder Unternehmer dies?
Ich bin dankbar, wenn Sie mir ihre Verhaltensregeln mitteilen. Gerne verfasse ich aus den Beiträgen – im Sinne der «Open Community» – ein White Paper, das ich allen Personen zur Verfügung stelle, welche sich am Content beteiligt haben. Natürlich anonymisiere ich Ihre Beiträge komplett!

Ich danke herzlich für die Beiträge. Entweder als Kommentar. Oder als E-Mail auf info@soulworxx.ch.

Zum Abschluss, ein wunderbarer Satz aus einem englisch geschriebenen Blog zum Thema «Think Twice Before You Blog»: «The postman only used to ring twice.  Words that have been sent into cyberspace will ring forever». Sinnbildlich übersetzt also: «Nur der Postbote klingelte früher zweimal. Wörter und Sätze, die in den Cyberspace gesandt wurden klingeln ewig»!

>> Website Comply Socially

Von Spam, der gar keiner ist

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Wie man legal «spammt»
Letztes Jahr hatte ich ein Aha-Erlebnis, das mir aufzeigte, dass man ganz legal und subtil «gespammt» werden kann. Als überlegter, aber doch intensiver Nutzer zahlreicher sozialer Medien, habe ich natürlich auch ein Profil bei XING. Das Schöne an diesem sozialen (Berufs-)Netzwerk ist, dass ich sehe, wer mein Profil besucht hat. Vielleicht ist Ihnen, sollten Sie ein XING-Profil haben, auch schon einmal aufgefallen, dass auffallend viele Besucher ihres Profils sich mit exotischen Untertiteln schmücken. Dort, wo bei mir ein Bildungstitel erscheint und bei Ihnen vielleicht die arbeitgebende Unternehmung aufgeführt ist, erscheint bei Profilbesuchern bspw. «Mehr Erfolg im Leben innert 24 Stunden». Oder «Werden Sie Millionär mit neuen Affiliate-Systemen». Es könnte aber auch «Entspannung mit System» oder «100’000 Profilbesucher in 2 Wochen» heissen.

Solch reisserische Titel holen mich in der Regel nicht hinter dem Ofen hervor. Und trotzdem versuchte ich einmal, mehr über eine Person zu erfahren, die mein Profil besuchte. Und schon war ich in der Falle!

*****

Sehr geehrter Herr Müller

Ich habe eben gesehen, dass Sie mein Profil besucht haben. Ich danke Ihnen dafür. Gerne stelle ich Ihnen meine Dienstleistungen und mein Seminar «Reich in 2 Stunden» vor. Am liebsten persönlich. Wann hätten Sie dafür Zeit? Aber wollen wir uns nicht elektronisch vernetzen? Wir kennen uns ja jetzt schon mal «schriftlich».

Freundliche Grüsse

Ihr Hans Muster

*****

So ähnlich las es sich damals. Ich brauchte ein paar Momente, bis ich realisierte, was da eben geschehen war. Aktiv angehen darf mich dieser erwähnte Herr Muster auf XING nicht. Sonst wird er von mir gemeldet und gesperrt. Aber ich habe ja sein Profil besucht… und schon hatte er mich. Clever, diese Vorgehensweise. Und wenn ich mich noch mit ihm vernetzt hätte, dann wäre das sozusagen die Legitimation für ihn gewesen, mich mit seinen Angeboten zu überhäufen.

Ähnliches passiert auf Twitter
Die Faustregel heisst hier «If you follow me, then I will follow you». Und im Handumdrehen hat man 8’357 Follower. Oder so ähnlich. Eine Zahl, die auf den ersten Blick imposant anmutet. Nur, wenn man sich die Qualität der Follower anschaut, dann hat sich der Traum vom Marketing-Instrument Twitter meist rasch ausgeträumt. Der Hotdog-Verkäufer in Alaska, der tweetende Elektronikhändler aus Sizilien oder der Bäckersgeselle aus Turkmenistan werden wohl keinen einzigen ihrer Tweets je lesen.

Nun fragt man sich, wie man rasch zu vielen Followern kommt und selbst möglichst wenigen Tweetern zu folgen hat? Ganz einfach… man klickt bei 500 mehr oder weniger zufällig ausgewählten Tweetern auf «Follow». Ich garantiere Ihnen, dass weit über 100 den eigenen Account zurückverfolgen werden. Und sobald man die Follower hat, klickt man bei selbigen wieder auf «Unfollow». So einfach ist das. Zum Glück gibt es wertvolle und kostenlose Tools wie «Who.Unfollowed.Me» im Web. Diese helfen mit, aufzuzeigen, wer die beschriebene Strategie verfolgt.

Die nachhaltige Lösung
Oder man lässt sich auf einen Entwicklungsprozess im eigenen Unternehmen ein. Damit die Kraft und die Möglichkeiten sozialer und elektronischer Medien voll ausgenützt werden können. Womöglich mit den bestehenden personellen und finanziellen Ressourcen. Aber das benötigt eine intensive Reflektionsphase. Und einen Veränderungsprozess in der eigenen Kommunikationspolitik. Lohnend ist es alleweil, wenn Sie eine professionelle Einbindung sozialer Medien in ihre Unternehmensprozesse prüfen.

Ich möchte es an dieser Stelle nicht unterlassen, darauf hinzuweisen, dass sämtliche «XING-Slogans» frei erfunden sind. Sollte ein Slogan einem bestehenden ähnlich sein, dann ist dies reiner Zufall und völlig unbeabsichtigt. Natürlich ist der im Beispiel aufgeführte Hans Muster ein ebensolches… ein Muster. Und damit ebenfalls frei erfunden! Wer kreative Ideen hat, wie man mit solchem «Spam» umgeht, ist gleich nachfolgend herzlich auf einen Dialog eingeladen! Natürlich meine ich mit «damit umgehen» nicht bloss ignorieren… nein… wie kann aktiv gegen legalen, aber ärgerlichen Spam angegangen werden?

Gewohnheit schafft Sicherheit, aber…

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Positiver Stress als nützliche Kraft…
Routine ist ein «Luxusartikel». Ein Luxusartikel, um den unsere Vorfahren in grauer Vorzeit nicht unglücklich gewesen wären. Denn wie schön ist es, frühmorgens, wenn wir «aus dem Bau» müssen, nicht mehr links und rechts nach Säbelzahntigern und Bären, die uns an den Kragen wollen, Ausschau halten zu müssen. Früher hatte man ständig auf der Hut zu sein, ob, wann und wo, welche Gefahren lauerten. Unser heutiges Umfeld ist grösstenteils sicher geworden. Und wir damit auch träge. Doch eine gesunde Anspannung – auch Eustress oder positiver Stress genannt – ist keineswegs schlecht.

…und Routine als Stressbrecher
Gewohnheiten sind bequem. Der Körper funktioniert oft selbständig. Hand aufs Herz, wann haben Sie in Ihrem Auto das letzte Mal bewusst vom dritten in den vierten Gang geschaltet (zumindest, wenn Ihr Wagen kein Automatikgetriebe hat…)? Oder wann haben Sie zuletzt die Zähne mit Ihrer «schlechteren» Hand geputzt? Vielleicht ganz bewusst mit der linken, statt der rechten? Eben! Man muss keine Gedanken mehr für «Nichtigkeiten» verschwenden. Routine spart Zeit und Energie. Und damit Geld. Doch Routine hat nicht bloss positive Aspekte.

Von der Routine zur schlechten Angewohnheit bis hin zur Sucht
Folgendes spricht Bände: Ich suchte auf der Internet-Foto-Plattform von fotolia.de nach einem geeigneten Bild für diesen Artikel. Was liegt dabei näher, als in der Suchmaske die Begriffe «Routine» und «Gewohnheit» einzugeben. Eigentlich hatte ich an ganz andere Sujets gedacht. Aber die meisten Bilder zeigten Menschen mit Glimmstengeln. Oder Zigarren, Weingläser, Zigaretten-Päcklein. Ich traf schwangere Frauen mit Zigaretten in den Fingern an. Oder weisse Pülverchen mit Spritzen daneben. Es geht also im weitesten Sinn um Süchte. Das ist zwar im Zusammenhang mit dem Kernthema des heutigen Artikels sehr plakativ. Und trotzdem macht es die Augen auf. Um einer Sucht Herr zu werden, benötigt es eine unheimliche Kraft, einen Willen, etwas verändern zu wollen und ein Umfeld, das unterstützend dazu beiträgt.

Routinen können – neben dem, dass sie viele gute Aspekte haben – auch bremsend wirken. Vor allem im Unternehmenskontext. Auch wenn Routine Prozesse vereinfacht und mithilft, Geld zu sparen, einer offenen Veränderungspolitik ist sie oft hinderlich. Denn um echte Veränderungen zu erzielen, müssen Routinemuster zuerst gezielt und konsequent gebrochen werden. Sie sind in den allermeisten Fällen ein Hinderungsgrund für erfolgreiche Veränderungsprozesse. Schliesslich «haben wir es schon immer so gemacht». Und warum soll etwas geändert werden, das schon lange funktionierte…? Sie kennen diese Sprüche bestimmt bestens!

Stoff für einen internen Workshop
Wieso nicht einmal Gewohnheiten im eigenen Unternehmen bewusst eruieren und in «gute» und «schlechte» (An-)Gewohnheiten aufteilen? Das wäre doch etwas, was Sie mit Ihrem Führungsteam im Rahmen eines Reflektionsprozesses angehen könnten! Einmal etwas tun, dass ungewohnt ist. Etwas, das eben keine Routine darstellt und vielleicht sogar unbequem wird. Eventuell sogar in Veränderungen mündet, die schmerzhaft sein können. Um später wieder anders zu funktionieren. Besser. Und sich dabei gut zu fühlen. Genau so, wie wenn man eine Sucht oder schlechte Angewohnheit hinter sich lassen konnte und wieder gesund und motiviert agiert!

Videoanleitung zur Methode der Erfolgspfade (Paths To Success)

Interaktive Grafik

«Schubsen als Wandelansatz» (Zeitschrift Organisationsentwicklung)

Nachhaltigkeit durch intuitives Unternehmertum

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Geben Sie einmal exakt den folgenden Ausdruck in Google ein: „Intuitives Unternehmertum“ (inkl. Anführungszeichen) und klicken Sie auf «Suchen». Ich habe es getan. Als Resultat kam – mit Ausnahme einer Erwähnung in diesem Blog selbst – keine vernünftige Nennung zu Stande. Nun das Ganze auf englisch: „Intuitive Entrepreneurship“. Bitteschön: Geliefert werden immerhin 483 Resultate (Suchresultat über Google Schweiz; Suche am 8. März 2013). Heisst das jetzt, dass im anglophilen Sprachbereich intuitives Unternehmertum gängiger ist? Ich weiss es nicht, aber es mag ein Indiz dafür sein, dass man sich in Grossbritannien und vor allem den USA mehr Gedanken darüber macht, wie weit Intuition, Gefühle und Emotionen bei unternehmerischen Entscheiden zugelassen werden und relevant sind.

Wenn man im Unternehmerkontext von Intuitionen spricht, dann muss man vorab zwischen drei verschiedenen Arten unterscheiden. Eine Form kennen wir alle. Dabei geht es um ein Gefühl oder einen Instinkt, bei dem nicht beschrieben werden kann, woher es/er stammt. Die zweite Form könnte man als Experten-Intuition bezeichnen. Diese Art der Intuition ist über Jahre antrainiert worden. Man beobachtet sie speziell im Leistungssport, wo man sie gerne auch als Antizipation bezeichnet. Die strategische Intuition basiert weder auf einem Gefühl, noch auf einer antrainierten Reaktion. Sie fusst auf einem Bewusstsein für die technologische, regulatorische und Mitbewerber-Umwelt und setzt ein breit abgestütztes Wissen über existierende Lösungen voraus. Wer intuitives Unternehmertum schulen will, muss sich stark für Trends interessieren, Geistesgegenwart beweisen und sich davon befreien, gängige Lösungen und Expertisen als gegeben zu betrachten.

Ein kleines Beispiel zur Intuition in der Wirtschaft
Wohlgemerkt: Intuitive Entscheidungen ersetzen klassische Business-Tools wie Marktanalysen, Marketing-Konzepte oder Balanced Scorecard nicht. Aber sie ergänzen die gängigen Praktiken in optimaler Weise. Dazu mache ich ein praktisches Beispiel, das ich vor Jahren selbst erlebt habe. Ich war Teil eines verhältnismässig kleinen Medien-Startups, das sich innert wenigen Jahren zu einem führenden Medium des Landes mauserte. Der klassische Weg, eine Kampagne zu planen, ist jener, die Zielgruppendefinition mit den Auflagenzahlen von Medienprodukten zu «matchen» und aufgrund dieser Resultate die entsprechenden Buchungen vorzunehmen. Die Auflagenzahlen basieren auf ständig erfassten Zahlen von Nutzerinnen und Nutzern. Ein neues Produkt, mag es noch so innovativ, bahnbrechend und gut sein, hat kaum eine Chance in die Phalanx der angesehenen Produkte einzubrechen, wenn es sich nicht selbst in die Messreihe mit den anderen Produkten einordnet. Zahlen stehen hier über dem Bauchgefühl. Auch wenn die Intuition sagt, das ist eine innovative Sache, die Erfolg haben wird. Genau so erging es mir damals mit besagtem (Medien-)Produkt. Medienagenturen zeigten sich hoch interessiert und waren beeindruckt von Idee und Konzept. Doch der grosse Erfolg stellte sich erst ein, als das Produkt in den «Suchläufen» der Agenturen automatisch erschien.

Intuition ist teilweise antrainierbar
Wenn also den Zahlen mehr Wert beigemessen wird als einem Gefühl, macht es dann Sinn, sich vertieft dem Thema «Intuition als Managementtechnik» zu widmen? Ich sage: Ja, unbedingt! Denn der Blick zurück in der Wirtschaftsgeschichte zeigt, dass grosse und wichtige Innovationen vielfach von Tüftlern und Erfindern kommen, die keine Managementausbildung absolviert haben. Selbst Einstein vermerkte einmal: «…Der Intellekt hat auf der Strasse der Entdeckung wenig zu tun! Denn das eigentlich Wertvolle ist im Grunde die Intuition. Auf einmal macht dein Bewusstsein einen Sprung, nennen wir es Intuition, die Lösung kommt zu dir, du weisst weder wie, noch warum…». Und Einstein muss es ja wissen.

Wie lässt sich unternehmerische Intuition trainieren?
Weil es sich bei der unternehmerischen Intuition nicht um ein Gefühl oder einen Instinkt handelt, lässt sie sich weitgehend trainieren. Und zwar mit folgenden Inhalten:

  • Aufbau und Erhaltung eines auf die persönlichen Begebenheiten abgestimmten «Business Information Systems» (Welches sind die relevanten Informationen aus dem persönlichen Geschäftsumfeld?)
  • Im Zusammenhang mit der eben erwähnten Eigenschaft, Aufbau und Erhaltung einer Selbstreflektionspraxis (Erarbeiten von Zeit, Raum und einem persönlichen, institutionalisierten Prozess der Selbstreflektion)
  • Work Life Balance mit einer gesunden Portion an körperlicher Bewegung (Sport, Spiel und Bewegung schärft die Sinne.)
  • Aufbau und Erhaltung der Visualisierungsfähigkeit (Ehrgeizige Zielsetzungen, ein ensprechendes Zielmanagement und die Gabe, vom grossen Ziel zu «träumen»)

Eine Coach-Kollegin aus den vereinigten Staaten, Claudette Rowley, kommt zu ganz ähnlichen Schlussfolgerungen. Ich zitiere sie und übersetze sinnbildlich: «Höre (auf dich), übe und vertraue (in deine Fähigkeiten). Weil Intuition nicht greifbar ist, kann sie weder gesehen, noch gefühlt oder gehört werden. Zumindest nicht in einem Sinn, den wir logisch schlussfolgern können. Sie funktioniert bloss, wenn man darauf vertraut, dass sie funktioniert. Intuition und das Vertrauen in sie hängen sehr eng miteinander zusammen und voneinander ab». Sie benennt die relevanten Faktoren, um der Intuition mehr Aufmerksamkeit zuzubilligen, als folgende: Körpersignale beachten, Körpergefühle realisieren, Arbeiten mit Bildern im Geist, Absichten höher als die Entscheidung selbst zu gewichten (Welches ist das Ziel hinter dem Ziel?) sowie die Beachtung der persönlichen Energie-Levels (körperlich, geistig, emotional).

Wo lässt sich unternehmerische Intuition trainieren?
Im Titel des vorangegangenen Absatzes ging es um die Frage, wie sich unternehmerische Intuition trainieren lasse. Bei der letzten Frage dieses Artikels wäre noch die Frage zu klären, wo man sie trainieren lassen kann. Ich erwähnte, dass im deutschen Sprachraum der Ausdruck kaum existent ist. Doch die Inhalte an sich sind für gute (Business-)Coaches keine Fremdwörter! Coaches, die vielleicht keine pfannenfertige (Seminar-)Lösungen in der Schublade haben. Dafür individuelle Coachingprozesse, die auf die jeweilige Unternehmung, bzw. auf den jeweiligen Manager und/oder Unternehmer abgestimmt sind.

>> Inside Indiana Business – The Role of Strategic Intuition In Entrepreneurship
>> Artikel auf metavoice.org über «Intuition: Des Unternehmers Geheimwaffe» (englisch)

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